Mittwoch, 28. Januar 2015

Leben mit der kalten Jahreszeit

 Helene Souza  / pixelio.de
Der Winter gilt im Allgemeinen und besonders unter naturspirituellen Menschen als die Zeit, in der wir zur Ruhe kommen, uns vom Stress der warmen Monate erholen können und Innenschau halten. Was aber, wenn die Ruhe und Zurückgezogenheit selbst zum Stressfaktor werden?
Ich gehöre zu den Menschen, die im heißesten Sommer voll aufleben und im Winter zu Depressionen, Angstzuständen und allgemeinem Unwohlsein neigen. Das viele Ans-Haus-gebunden-Sein lässt mich gern mal in Tristesse verfallen und die dicke Kleidung sorgt schon rein physisch für eine erhöhte Chance zu Panikattacken (kein Witz... ich halte mir die Kälte lieber durch einen dicken Schal vom Leib, als dass ich meine Jacke bis oben hin zuschnüre).
Im Januar ist es besonders schlimm. Der Dezember mit seiner fröhlichen Weihnachtsstimmung ist vorbei, aber die richtige Kälte kommt noch. Zudem liegt ein neues Jahr vor mir wie ein unbeschriebenes Blatt; ein Gefühl, dem ich noch nie besonders viel abgewinnen konnte.

Was läge also näher als mir in diesen Monaten besonders viel Gutes zu tun?

So fahre ich seit einigen Jahren regelmässig in den ersten Januartagen für ein paar Tage ins nahe Sauerland, wo Schnee noch Schnee ist und kein Matsch und lasse es mir bei ausgedehnten Wanderungen, wohltuenden Saunagängen, leckerem Essen und besinnlichen Zwiegesprächen mit meinem Partner so richtig gut gehen, bevor ich mich dem Alltag des neuen Jahres stelle.

Das Verständnis für den Zyklus der Jahreszeiten, dass uns in unserer Gesellschaft zwar aberzogen wird, ich mir aber durch meine naturspirituelle Praxis zurückerobert habe, hilft zudem, keine widernatürlichen Dinge von mir zu verlangen.

Aber es gibt auch noch viele andere kleine Dinge, mit denen ich im Winter meine oft angekratzte innere Harmonie wieder herstelle:

Sonnenlicht tanken steht an erster Stelle und kann gegen Depressionen nicht genug betont werden. Dabei muss es nicht immer der lange Spaziergang sein. Auch ein paar Minuten am Fenster können einen dramatischen Wandel bewirken, erst recht, wenn man auch die spirituellen Qualitäten der Sonne miteinbezieht, eventuell in Form einer kleinen Anrufung ihrer Qualitäten.

Bewegung. Auch hier heißt das Motto: Lieber kurz und in der Wohnung als gar nicht. Bewährt hat sich bei mir Yoga, das nicht nur Bewegung für den Körper ist, sondern insgesamt eine Praxis zur Harmonisierung des gesamten Menschen.

Kerzenlicht. Was Sonnenlicht für meinen Körper tut, das tut Kerzenlicht für meine Seele, besonders wenn die Sonne gerade nicht verfügbar ist.

Tees. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich fühle mich automatisch besser und komme mehr zu Ruhe und Besinnung, wenn ich einen Kräutertee trinke. Schon das Zubereiten kann zu einem kleinen Ritual werden, in dem ich mein Bewusstsein Richtung Gesundheit und Wohlbefinden verschiebe.

Die schon erwähnten Saunagänge.

Meditieren. Nichts ersetzt eine regelmäßige Praxis der Meditation um bei sich selbst anzukommen.

Visualisieren. Wie heißt es so schön? Wem kalt ist, der soll sich warme Gedanken machen. Manchmal hilft schon das Bild der Sonne oder eines warmen Kamins, aber es kann auch schon mal ein innerer Spaziergang an einem tropischen Sandstrand sein.

Singen. Nun, dieser Punkt mag Vielen etwas ungewöhnlich erscheinen. Aber als mittlerweile passionierter Sänger kann ich nur sagen, dass Singen den gesamten Körper und Geist belebt. Zudem bringt es einen genau so in die Gegenwart wie Yoga oder Wandern, und dabei ist es egal, wie gut oder schlecht man ist. Es muss ja niemand hören.

Vielleicht konnte ich dem einen oder anderen Wintermuffel weiter helfen. Es würde mich freuen. :)

Donnerstag, 22. Januar 2015

Was mich wirklich am rückläufigen Merkur stört

Merkur - der gehässige blöde Sack
in deiner Telefonleitung
Zwar stehe ich auf ziemlich vieles was retro ist, aber mercury retrograde, wie es so schön im Englischen heißt, geht mir doch ziemlich am Allerwertesten vorbei.  Denn ich habe bemerkt, dass in diesen Zeiten, wo der Planet Merkur, benannt nach dem griechisch-römischen Götterboten, sich von der Erde aus rückwärts zu bewegen scheint, sich keines der von Astrologen beschriebenen Muster in meinem Leben wieder zu spiegeln scheint.

Wohlgemerkt, ich habe wenig Ahnung von Astrologie. Aber ich kann einfach nicht bestätigen, dass diese 24 Tage im Jahr von gestörter Kommunikation, schlechten Entscheidungen und ähnlichen Geschichten geprägt sind. Ganz im Gegenteil, ich hatte zum Beispiel in der letzten dieser Phasen eine bemerkenswert gute, kreative und kommunikative Zeit.

Was mich viel mehr nervt als mögliche Internetstörungen oder der drohende Ehestreit ist die Fülle an unreflektierten Kommentaren, die ich zu dem Thema auf Facebook lesen muss. Wohlgemerkt, viele meiner Facebook-Freunde sind in irgendeiner Weise in der spirituellen oder paganen Szene unterwegs, glauben an Magie, Götter und Astrologie; und dementsprechend groß ist die Schwemme an naiver Schwarzseherei bezüglich des aufsässigen Götterboten.

Das Schöne an mercury retrograde: Man kann Alles, was nicht klappt (auch wenn das schon länger der Fall ist), dem geflügelten Herrn aus der griechischen Mythologie anhängen. Und den Hintern bewegt man am besten auch nicht vom Sofa. Ist ja eh Alles zum Scheitern verurteilt.

Mal ernsthaft, finde wirklich nur ich es seltsam, dass Menschen, die (augenscheinlich) spirituelle Wege der Selbstermächtigung praktizieren, plötzlich zu weinerlichen Fatalisten werden?

Wie auch immer die Sterne uns beeinflussen mögen, ich finde wir dürfen dem Glauben an ihnen nicht zu viel Macht über uns geben. Denn die eigentliche Kraft, unser Leben zu lenken, steckt in uns. Wir sind die Götter unseres Schicksals.

Für die, die's wissen wollen: rückläufiger Merkur ist vom 22.01. bis 12.02.2015.


Dienstag, 17. Dezember 2013

CD Review: Clannad - Nádúr


Beinahe hätte ich es für einen weiteren billig gestalteten Sampler mit altem Material gehalten – kein Kompliment für das Coverdesign von „Nádúr“, dem ersten neuen Clannad-Album in 15 Jahren. Was sich jedoch hinter der etwas beliebigen CD-Gestaltung verbirgt, ist eine Sammlung von dreizehn neuen Songs, die dem Gesamtwerk der irischen Gruppe jenseits all der altbekannten und vertrauten Wohlklänge durchaus neue Schattierungen und Tiefen hinzufügen. Ich wage zu behaupten, dass es neben „Magical Ring“ und „Banba“sogar eines ihrer besten Alben ist; ein Alterswerk, dem man die würdevolle Reife der Brennan-Geschwister und ihrer Onkels positiv anmerkt. Wo andere Bands nach wenigen Jahren ihrem Zenit überschritten haben, schaffen Clannad es immer noch bei jeder neuen Platte gleichermaßen zeitlos wie auch frisch und gegenwärtig zu klingen.
 Wohlgemerkt – ein paar der Songs gefallen mir gar nicht, aber dafür ist „Brave Enough“ einer der genialsten und kraftvollsten Songs, den Clannad je geschrieben haben. Und das Album wartet noch mit einigen anderen unglaublich guten Stücken auf, die die wenigen Ausrutscher verzeihlich machen.
 Lyrics sucht man im Booklet leider vergeblich, und auch das Internet gibt noch nichts dergleichen her, also bezieht sich meine Rezension hauptsächlich auf die Musik und die englischen Texte, soweit ich sie verstehe.
 Da ich gerade Lust habe, das Album mal Stück für Stück durchzugehen – hier meine Gedanken zu den einzelnen Titeln:

Vellum
Eine passende Eröffnungsnummer, die mit allem aufwartet, was Clannad-Fans kennen und lieben. Einen leicht jazzigen Groove, üppige Keyboardflächen, perlende Harfenklänge und hypnotischer Gesang der gesamten Band.
Das Lied lässt in mir Bilder von abgelegenen Mönchsklostern entstehen – durchaus ansprechend, erst recht da der Chorus in Latein gehalten ist, eine Sprache, die ich immer mochte.

Rhapsody na gCrann
Ein fröhliches Stück, dass die dunkle Ruhe des Eröffnungsstückes durchbricht wie ein frischer Wind. Ganz nett.

TransAtlantic
Ein schönes, nachdenklich wirkendes Lied, das ganz von Moya Brennans Stimme getragen wird.

HIGHLIGHT: Turas Domhsa chn na Galldachd
Ein beschwörend archaischer Choral im Stil von Harry’s Game mit Gänsehaut-Dudelsack und einem schönen Wechselspiel von männlicher und weiblicher Stimme. So lieben wir Clannad. Vorläufiger Höhepunkt, der jedoch schon mit dem nächsten Stück überboten wird.

HIGHLIGHT: Brave Enough
Die ersten Takte wirken noch etwas undefiniert, aber sobald es in den Chorus geht, zieht diese Nummer einen unweigerlich in ihren Bann. Die Trommel und die männliche Duettstimme von Duke Special (wer immer das ist) tun ihr übriges, um diesen Song wirken zu lassen wie aus dem Soundtrack eines monumentalen Fantasy-Films entnommen. Wie gesagt, eins ihrer besten Stücke ever.

The Fishing Blues
Auf das tollste Stück der Platte folgt leider das überflüssigste. The Fishing Blues ist ein schlagerhafter Schunkelsong mit nerviger Mundharmonika, der wie für den ZDF Fernsehgarten gemacht scheint. Sorry, aber in solchen countryesken Nummern wirkt Moyas Stimme immer irgendwie platt und substanzlos.

HIGHLIGHT: Lamh ar Lamh
Der nächste Track – ein bezauberndes, sich sanft steigerndes Instrumentalstück - entschädigt wieder. Für mich auch ohne Gesang das zweitstärkste Stück des Albums.

Tobar an tSaoil
Skurrile keltische Nummer mit cooler Maultrommel (?), die zum Tanzen einlädt. Ich versteh mal wieder kein Wort aber egal.

A Song in Your Heart
Schöner Song, abermals von Moyas Stimme beherrscht. Für mich kein Highlight, aber auch kein Flop.

A Quiet Town
Der zweite Song auf „Nádúr“, auf den ich gern verzichtet hätte. Vielleicht, weil’s schon wieder ums Fischen geht? Wahrscheinlich eher, weil diese belanglosen Hüpfnummern Clannad nicht besonders stehen.

Hymn (To Her Love)
Eine weitere von Moyas Gesang getragene Nummer mit hübschem Akustikgitarren-Solo.

HIGHLIGHT: Setanta
Eine weitere Perle wartet fast ganz am Ende und berührt mit einer ganz wunderbaren und innigen Melodie. Der Mythenkenner erkennt zudem gleich am Titel: Es handelt vom irischen Helden Cúchulainn.

Citi na gCumann
Das letzte Stück ist mal kein Instrumental, wie auf den letzten zig Clannad-Alben. Ein durchaus schönes, ruhiges Stück, das das Album geschmackvoll ausklingen lässt. Die einzige Kritik die ich habe ist, dass das Album mit „Setanta“ einen so viel effektiveren Abschluss gehabt hätte.

Fazit: Ich werde mich wohl daran gewöhnen müssen, bei The Fishing Blues und A Quiet Town schnell zur Skip-Taste zu hechten, dennoch wird sich dieses Album in meinem Haushalt heiß laufen. Danke für dieses vorgezogene Weihnachtsgeschenk, Clannad!

Montag, 16. Dezember 2013

Lebensfreude - Warum nicht jetzt?

Schon wieder Weihnachten. Und damit ist das Jahresende unseres seltsam künstlichen Kalenders, der mir immer wieder ein Beinchen beim Einstellen auf die zyklische Natur der Zeit stellt, auch nicht mehr weit. Ein Rückblick auf die letzten Monate zeigt: Gebloggt habe ich nicht viel.
Vielleicht liegt es daran, dass ich mich selbst in einem intensiven, aufregenden Wandlungsprozess befand, der mir selten das Gefühl gegeben hat, eine feste Meinung über irgendetwas formulieren zu können. Vielleicht fehlte mir auch einfach oft nur die Zeit für längere Artikel - und das dürfte wohl auch in Zukunft so bleiben.
Was auch immer der Grund, eigentlich ist er ein guter Anlass, mal flexibler zu werden und eine Reihe von kürzeren Posts zu veröffentlichen, wann immer sie auftreten, ohne langes Feilen und Formulieren.
Und den Anfang mache ich zum Thema...

Lebensfreude


Mein Guru in Sachen Lebensfreude:
mein Mann.
Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber in mir spüre ich oft eine gewisse Beurteilung, wann immer das Thema Lebensfreude ansteht. Eine kleine, nagende Stimme, die Dinge sagt wie "Lebensfreude? Krieg erst mal deinen Job auf die Reihe. DANN kannst du dich freuen" oder "Lebensfreude ist was für oberflächliche Licht-und-Liebe-Hirnis, aber nicht für tiefsinnige Menschen wie dich". Schon witzig.

Dabei ist Lebensfreude - das stelle ich immer wieder fest - wie ein Scheinwerfer, der das gesamte Dasein in allen noch so kleinen oder großen Aspekten plötzlich in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt, es uns leichter macht, die Dinge anzunehmen oder überhaupt erst mal ihre Konturen klar zu erkennen. Lebensfreude verbindet uns mit unserer Kraft, lässt uns neuen Mut schöpfen und hilft uns, Probleme als Herausforderungen zu sehen und positiv anzugehen. Seltsam, dass wir dieses Kraftpotential so selten anzapfen.

Ich persönlich fühle mich eigentlich erst wirklich real, wenn ich diese innere grundlose Freude verspüre. In diesen Momenten, wenn ich mich ohne äußeren Anlass ganz auf die Freude der Existenz einlasse, frage ich mich ernsthaft, warum Menschen überhaupt auf diese Erfahrung verzichten.

Ein großer Faktor ist wohl, dass wir oft glauben einen Grund zu benötigen, um uns zu freuen.
Eine beliebte Variante ist es, sich Freude zu verweigern, solange man nicht dieses oder jenen Problem gelöst hat oder klüger/besser/entspannter/reicher geworden ist.
Das Ganze erinnert mich stark an jene Leute, die sagen, sie könnten nicht Meditieren, weil ihnen dazu die Ruhe fehlte, ohne zu realisieren, dass Meditieren ihnen genau diese Ruhe und Entspanntheit im Leben schenken würde.

Manchmal ist es regelrecht so, als ob wir das Universum erpressen wollten: "Nein, ich werde mich erst gut fühlen, wenn du mir den neuen Job/kräftiges Haar/den Mann meiner Träume gegeben hast!" Und ich habe diese Haltung nicht nur bei spirituellen oder religiösen Menschen erlebt, sondern auch bei den (anscheinend) rationalst denkenden Köpfen, die man sich nur vorstellen kann.

Sich erst zu freuen und dann - mit dieser Lebensfreude - seine Herausforderungen anzugehen... das kommt uns absurd vor. So als wollten wir das Pferd von hinten aufzäumen. Warum soll uns das Universum noch mit neuen Sachen versorgen, wenn wir eh schon glücklich sind?

Aber mal ehrlich: Wir werden immer Wünsche haben. Wollen wir wirklich mit den Wohlfühlen so lange warten, bis sie sich alle erfüllt haben - was nie der Fall sein wird? Warum nicht jetzt anfangen, sich wohl zu fühlen? Methoden dazu gibt's genug, aber wir müssen dafür bereit sein, unser Wohlbefinden nicht mehr von äußeren Umständen abhängig zu machen. Das heißt auch, anderen Menschen nicht mehr den Schwarzen Peter dafür zuschieben, dass wir uns mies fühlen. Trauen wir uns das? Welche Grundannahmen über unser Leben würde das in Frage stellen?

Wie heißt es so schön: Wir können recht haben oder uns wohl fühlen. Was davon ist dir wichtiger?

Ich für meinen Teil beabsichtige mich täglich grundlos aufs Neue wohl zu fühlen. Vielleicht wird es mir nicht immer gleich gut gelingen, aber hey - wie viel leichter fallen auch schwere Aufgaben, wenn wir sie mit ein bisschen mehr Spaß und Leichtigkeit angehen?


Dienstag, 26. November 2013

Digging Deeper Part II: What now?

The Cevennes - my new spiritual home
Wow... it's been an eternity since I last blogged something here. And it's quite interesting reading my last post while recapitulating the events of the last few months.

In some ways I feel that nothing has changed, and the promising omens from my dream (see the first part of this article) haven't come into reality at all. In other ways, I definitely do feel different.

Spending the last weeks of summer and the equinox in the almost-solitude of a small remote village in southern France - mostly for my husband's singing course, but also to find some much needed spiritual guidance - has had a big impact on me. Being away from cities and many of the trappings of modern society, life suddenly felt a lot more intense again. The mountains, the river and the surrounding forest radiated with a life force that most people seem to have completely forgotten. It was magical, but also much more real than the lives we make up in our little urban brain boxes. Wasn't that the real life?

I swore to myself then and there that I would bring this state of aliveness and deep presence back with me into my everyday life. Of course, some of its intensity did fade over the months. But I do have a compass now; an ideal that I can strive towards. And I am succeeding more often at attaining it, because I remember how I want to feel.

Singing helps a lot too. I have never found another art form, not even drawing, that connects me so immediately with the present moment. Of course singing is also the most ridiculously optimistic thing you can do in a world that has basically forgotten how to sing except in uninspired casting shows.
Pure magic. And I'm doing it all by myself.

And then there's Yoga. I'm still an absolute beginner, but I have experienced sensations similar to orgasm just by lying flat on the floor and feeling into my body.

Yes, those have been my most valuable spiritual teachers in the last few months.

The circle of wise kindred souls from my dream? Not in sight. I would lie if I said that it doesn't bother me. I long for a group of human beings I can practice my path with on a regular basis. But they aren't there or live far away in another country. Most of the people I consider spiritual in my circle of friends walk their path by themselves (as I do), are Yogis, New Agers or reject any label, and although we share some of our discoveries and insights into the human condition in conversations, our practices differ quite a lot.

The Yoga people come closest to a common spiritual practice, but my interest in the eastern paths is more about finding connections to my own native European traditions.

Still, I hope there will be other time again when I will be in the company of likeminded people again. And until then, I am happy walking my own path all by myself (why do I have to think of Mariah Carey now?).

Sigh... sometimes I wish for a coven of witches to rescue me. But that's another topic entirely.


Sonntag, 10. März 2013

Digging Deeper Part I: Scratching the Surface

Photo copyright 2013 by Pixelio/Maria Lanznaster
This is another blog post in English. I'm just too interested in what my friends from the non-German speaking world will think, so bear with me, my German, Austrian and Swiss readers...

I have been walking my spiritual path without a specific affiliation or label for a few months now and have greatly enjoyed the freedom that comes with it, practicing whatever works for me without having to think about "mixing traditions" or compromising with a group.
However, I have also felt my focus shifting away from spiritual themes towards other aspects of my life; my art in particular. While this is a development I appreciate, I have wondered if there is still a specific spiritual task for me. Although feeling quite comfortable with my life right now, there had been times when I was more engaged in spiritual work and the exact nature of my spiritual purpose was crystal clear to me.

Slightly frustrated by these nostalgic thoughts, I went to bed yesterday, but before I closed my eyes to sleep I decided to do some dream work. I asked Spirit:
"Is there a specific work you want me to do? Is there any path, tradition or group that I can feel at home with at the moment and where I can make a real difference? Where I feel engaged and excited once again?"
To my surprise, I received an answer in the form of a very detailed dream.

I was standing in a large, otherwise undefined room with many people, only lit by a few candles and indirect light from outside. Many people wore robes and mystical clothes and I felt as if I was attending a Pagan gathering of some sorts. Most people had gathered together in small groups and sat in circles which were marked by flowers, shells or other small trinkets from nature.

Was I to choose a circle for myself? There were circles of young witch-like people in black gothy clothes, others consisted of older faces that radiated wisdom and serenity. Still other groups looked more like hippie sit-ins. And every circle on the floor seemed to have a distinct design, using different symbols, colours and designs.

I cannot remember what happened next, but suddenly I was in another smaller room with an old man clothed in a rough green robe. His face was weathered but friendly and all of his hair had turned white-silver over the many years that he had been on this earth. He was stoking a fire and he felt very Druidic to me.

"So what are you looking for?" he asked.

"I'm not sure." I responded, "Something that feels real. Something authentic and unpretentious. I have watched a YouTube clip about a council of indigenous people a few days ago and they all felt so practical, humble and down to earth with their spirituality. That's what I want too."

He smiles and shrugged, still paying more attention to the fire than to me.

Another cut. I was back in the large room with the circles again. I decided to look around a bit and met an old friend I had circled with a long time ago. I felt no pull to be in her group, quite the contrary, so we partedin a friendly way and I looked further. My eyes found the green-robed man in a circle with a few equally aged people, but also a few men and women my age and even younger. There were still a few empty spots in their circle.

"May I join you?" I asked shyly.

"Yes, of course!" the man said in a friendly voice, "Welcome to our circle. Every circle you see has its own speciality and purpose. We are working to reconnect the people with their deep ancestry."

"Deep ancestry?"

"Yes... it's less about working with individual ancestors and all about reconnecting to the souls of our peoples, our folk natures. We also work with the spirits of the land, which are part of our ancestry too. This is very important work, you know. We have been without roots for such a long time..."

I smiled. Yes, this felt like something worthwhile. I sat down. I felt at home.

When I woke up I clearly remembered every detail, but one of my first thoughts was: "Where the hell can I find these people?" Then I realized that maybe they were just a symbolic expression of the path that lies ahead of me. It even occurred to me that I might one day be that old man in the green robe. I hadn't really seen his face after all, but he felt very familiar. Spirit guide, real person, future self or metaphor... whatever. The important part was that now I had a clear vision of my spiritual work again. And that was what I was looking for after all.

Many thanks to the spirits that guided me. Speak to you all soon!

/|\
Chris

Donnerstag, 14. Februar 2013

Nachrichten aus der Eremitenhöhle

Der Druide spricht wieder
Nachdem ich nun eine Weile nichts gebloggt habe, hatte ich heute das Gefühl, es könnte mal wieder an der Zeit sein.  Also will ich doch mal sehen, welche Dinge dabei zum Vorschein kommen, und lasse mich einfach durch den Fluß meiner Gedanken treiben.

Oft habe ich das Gefühl, gar nichts Wesentliches zum großen Strom der Weisheiten auf diesem Planeten hinzufügen zu können. Alles Wichtige ist schon vor Jahrtausenden gesagt worden und gestern wie heute tragen Leute wie ich (und ein paar weitaus weisere) Eulen nach Athen oder werfen Perlen vor die Säue, je nachdem, mit wem wir es zu tun haben. Wie zu Allen Zeiten werden immer nur die begreifen, die ohnehin keine Prediger und Gurus nötig haben und alle anderen sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht. Warum also überhaupt über Spiritualität schreiben?

In den letzten Monaten hatte ich eine interessante Sicht auf die naturspirituellen Traditionen, durch die ich in den letzten zwanzig Jahren lernen durfte, denn ich habe schlichtweg Alles über den Haufen geworfen, einen Großteil meiner formellen Praxis eingestellt, Bezeichnungen und Selbstbetitelungen ad acta gelegt. Meine einzigen spirituellen Begleiter waren meine noch sehr neue Yoga-Praxis und sehr allgemeine Meditationsübungen.

Dennoch habe ich weiter die Szene beobachtet, vor Allem auf Facebook und im Freundeskreis und dabei so manchen Aha-Moment gehabt - mitunter über die Blüten der Maya-Endzeit (oder wahlweise Neuzeit)-Jünger. Manche Erkenntnisse waren desillusionierend, aber an vielen Stellen ist mir auch bewusst geworden, dass die heidnische Naturspiritualität noch viele Perlen für mich bereit hält, und ich mich davor hüten sollte, das Kind mit dem Bade auszuschütten.

So wie die sehr praktische, körperorientierte Perspektive des Yoga mir bewusst gemacht hat, wie armselig und ineffektiv der sogenannte Neopaganismus größtenteils (noch) ist, so deutlich wurde mir dennoch, dass seine Grundphilosophie mich stärker anspricht als jede östliche Tradition.

Und ich traf sie durchaus - die Druiden und Hexen, die Körperübungen machen. Die ihre Philosophie auch in den Alltag tragen. Denen es nicht reicht, sich mit einer mysteriösen Aura zu umgeben. Für die Plätzchen zu Imbolc nicht das Höchste aller Gefühle in Sachen Spiritualität ist.

Nichtsdestotrotz bin ich zögerlich, mich wieder stärker in eine Gemeinschaft einzubringen.
Eine meiner wesentlichsten Erkenntnisse ist, dass die Begeisterung und Radikalität, die ich in den frühen Neunzigern in der schamanischen Szene gespürt habe, entweder nicht mehr existiert oder zumindest nicht mehr Teil meines Umfeldes ist.

Vielleicht bin ich pessimistisch, aber das Heer der Wochenend-Spirituellen, die es sich in ihrer Nische der Nicht-Veränderung gemütlich gemacht haben, scheint immer noch übermächtig. Die wenigen, die eine ernstzunehmende, fordernde Spiritualität leben und sich nicht mit einfachen Antworten oder hübschen Kostümchen abspeisen lassen, scheitern oft an der Trägheit einer Bewegung, die mehr mit einem Trekkie-Treffen oder einem Taubenzüchterverein gemein hat als mit einer spirituellen Bewegung.

Es macht mich sehr nachdenklich, in entsprechenden Facebook-Gruppen und auf Profilen naturspiritueller Menschen mehr Sinnsprüche des Dalai Llama oder aus einem indianischen Kontext zu finden, als aus der angeblich eigenen Tradition, auch wenn ich die Gemeinsamkeiten nicht unter den Tisch kehren will.

Ich glaube dennoch mein Kurs ist klar, auch wenn ich mich noch ziere. Die Rückkehr des Blogtitels ist ein Indiz. Deutschland braucht Druiden und andere verdrehte Typen. Menschen, die quer denken und vor allen Dingen selbst denken. Die ihrer inneren Weisheit folgen anstatt seichtem Bücherwissen und szenespezifischen Platitüden. Bin ich so ein Druide? Ich weiß es nicht, aber zumindest ist es das Ideal, das ich anstrebe und das mich - das zumindest ist absehbar - wohl wieder aus meinem Eremitendasein hinausführt.

Ihr könnt euch also darauf freuen, dass es auch mit diesem Blog weitergeht, und zwar auf die gleiche respektlose, manchmal klare, manchmal verworrene Weise wie bisher.
Darauf ein dreifaches, fröhliches Awen.

/|\
Chris