Mittwoch, 28. Januar 2015

Leben mit der kalten Jahreszeit

 Helene Souza  / pixelio.de
Der Winter gilt im Allgemeinen und besonders unter naturspirituellen Menschen als die Zeit, in der wir zur Ruhe kommen, uns vom Stress der warmen Monate erholen können und Innenschau halten. Was aber, wenn die Ruhe und Zurückgezogenheit selbst zum Stressfaktor werden?
Ich gehöre zu den Menschen, die im heißesten Sommer voll aufleben und im Winter zu Depressionen, Angstzuständen und allgemeinem Unwohlsein neigen. Das viele Ans-Haus-gebunden-Sein lässt mich gern mal in Tristesse verfallen und die dicke Kleidung sorgt schon rein physisch für eine erhöhte Chance zu Panikattacken (kein Witz... ich halte mir die Kälte lieber durch einen dicken Schal vom Leib, als dass ich meine Jacke bis oben hin zuschnüre).
Im Januar ist es besonders schlimm. Der Dezember mit seiner fröhlichen Weihnachtsstimmung ist vorbei, aber die richtige Kälte kommt noch. Zudem liegt ein neues Jahr vor mir wie ein unbeschriebenes Blatt; ein Gefühl, dem ich noch nie besonders viel abgewinnen konnte.

Was läge also näher als mir in diesen Monaten besonders viel Gutes zu tun?

So fahre ich seit einigen Jahren regelmässig in den ersten Januartagen für ein paar Tage ins nahe Sauerland, wo Schnee noch Schnee ist und kein Matsch und lasse es mir bei ausgedehnten Wanderungen, wohltuenden Saunagängen, leckerem Essen und besinnlichen Zwiegesprächen mit meinem Partner so richtig gut gehen, bevor ich mich dem Alltag des neuen Jahres stelle.

Das Verständnis für den Zyklus der Jahreszeiten, dass uns in unserer Gesellschaft zwar aberzogen wird, ich mir aber durch meine naturspirituelle Praxis zurückerobert habe, hilft zudem, keine widernatürlichen Dinge von mir zu verlangen.

Aber es gibt auch noch viele andere kleine Dinge, mit denen ich im Winter meine oft angekratzte innere Harmonie wieder herstelle:

Sonnenlicht tanken steht an erster Stelle und kann gegen Depressionen nicht genug betont werden. Dabei muss es nicht immer der lange Spaziergang sein. Auch ein paar Minuten am Fenster können einen dramatischen Wandel bewirken, erst recht, wenn man auch die spirituellen Qualitäten der Sonne miteinbezieht, eventuell in Form einer kleinen Anrufung ihrer Qualitäten.

Bewegung. Auch hier heißt das Motto: Lieber kurz und in der Wohnung als gar nicht. Bewährt hat sich bei mir Yoga, das nicht nur Bewegung für den Körper ist, sondern insgesamt eine Praxis zur Harmonisierung des gesamten Menschen.

Kerzenlicht. Was Sonnenlicht für meinen Körper tut, das tut Kerzenlicht für meine Seele, besonders wenn die Sonne gerade nicht verfügbar ist.

Tees. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich fühle mich automatisch besser und komme mehr zu Ruhe und Besinnung, wenn ich einen Kräutertee trinke. Schon das Zubereiten kann zu einem kleinen Ritual werden, in dem ich mein Bewusstsein Richtung Gesundheit und Wohlbefinden verschiebe.

Die schon erwähnten Saunagänge.

Meditieren. Nichts ersetzt eine regelmäßige Praxis der Meditation um bei sich selbst anzukommen.

Visualisieren. Wie heißt es so schön? Wem kalt ist, der soll sich warme Gedanken machen. Manchmal hilft schon das Bild der Sonne oder eines warmen Kamins, aber es kann auch schon mal ein innerer Spaziergang an einem tropischen Sandstrand sein.

Singen. Nun, dieser Punkt mag Vielen etwas ungewöhnlich erscheinen. Aber als mittlerweile passionierter Sänger kann ich nur sagen, dass Singen den gesamten Körper und Geist belebt. Zudem bringt es einen genau so in die Gegenwart wie Yoga oder Wandern, und dabei ist es egal, wie gut oder schlecht man ist. Es muss ja niemand hören.

Vielleicht konnte ich dem einen oder anderen Wintermuffel weiter helfen. Es würde mich freuen. :)

Donnerstag, 22. Januar 2015

Was mich wirklich am rückläufigen Merkur stört

Merkur - der gehässige blöde Sack
in deiner Telefonleitung
Zwar stehe ich auf ziemlich vieles was retro ist, aber mercury retrograde, wie es so schön im Englischen heißt, geht mir doch ziemlich am Allerwertesten vorbei.  Denn ich habe bemerkt, dass in diesen Zeiten, wo der Planet Merkur, benannt nach dem griechisch-römischen Götterboten, sich von der Erde aus rückwärts zu bewegen scheint, sich keines der von Astrologen beschriebenen Muster in meinem Leben wieder zu spiegeln scheint.

Wohlgemerkt, ich habe wenig Ahnung von Astrologie. Aber ich kann einfach nicht bestätigen, dass diese 24 Tage im Jahr von gestörter Kommunikation, schlechten Entscheidungen und ähnlichen Geschichten geprägt sind. Ganz im Gegenteil, ich hatte zum Beispiel in der letzten dieser Phasen eine bemerkenswert gute, kreative und kommunikative Zeit.

Was mich viel mehr nervt als mögliche Internetstörungen oder der drohende Ehestreit ist die Fülle an unreflektierten Kommentaren, die ich zu dem Thema auf Facebook lesen muss. Wohlgemerkt, viele meiner Facebook-Freunde sind in irgendeiner Weise in der spirituellen oder paganen Szene unterwegs, glauben an Magie, Götter und Astrologie; und dementsprechend groß ist die Schwemme an naiver Schwarzseherei bezüglich des aufsässigen Götterboten.

Das Schöne an mercury retrograde: Man kann Alles, was nicht klappt (auch wenn das schon länger der Fall ist), dem geflügelten Herrn aus der griechischen Mythologie anhängen. Und den Hintern bewegt man am besten auch nicht vom Sofa. Ist ja eh Alles zum Scheitern verurteilt.

Mal ernsthaft, finde wirklich nur ich es seltsam, dass Menschen, die (augenscheinlich) spirituelle Wege der Selbstermächtigung praktizieren, plötzlich zu weinerlichen Fatalisten werden?

Wie auch immer die Sterne uns beeinflussen mögen, ich finde wir dürfen dem Glauben an ihnen nicht zu viel Macht über uns geben. Denn die eigentliche Kraft, unser Leben zu lenken, steckt in uns. Wir sind die Götter unseres Schicksals.

Für die, die's wissen wollen: rückläufiger Merkur ist vom 22.01. bis 12.02.2015.